Der 12-Tage-Krieg

Ursachen und Hintergründe der Angriffe auf das iranische Atomprogramm

#GIDSstatement 2/2026 | 4. Juni 2026 | Autorin: Dr. Marie-Theres Sommerfeld | Foto: Israel Defense Forces

Im Juni 2025 startete Israel einen ersten militärischen Angriff auf das iranische Nuklearprogramm und weitere strategische Ziele. Damals gelang es den Israel Defense Forces (IDF) innerhalb weniger Tage, über die Hälfte der iranischen Raketenabschussrampen zu zerstören und das ballistische Raketenarsenal erheblich zu dezimieren. Zudem wurde die nukleare Infrastruktur in Natanz, Isfahan und Fordo bombardiert, wobei Letzteres vom U.S. amerikanischen Militär angegriffen wurde. Für den Erfolg dieser Operationen waren die Lufthoheit über weiten Teilen des iranischen Territoriums und die Integration verschiedener militärischer Fähigkeiten ausschlaggebend. Entsprechend ist aus militärischer Sicht anzunehmen, dass diese komplexen militärischen Operationen auf jahrelangen Planungen basierten. Ziel dieses Statements ist es, das israelische Rational hinter dem 12-Tage-Krieg zu beleuchten, um ein belastbares strategisches Verständnis der sicherheitspolitischen Lage im Nahen Osten zu ermöglichen. Dabei liegt der Fokus auf der im öffentlichen Diskurs wenig beachteten militärstrategischen Perspektive.

Zur Autorin: Dr. Marie-Theres Sommerfeld ist Oberstleutnant der Reserve und seit 2020 zivile wissenschaftliche Referentin am GIDS. 2012 trat sie in die Bundeswehr ein und durchlief eine Ausbildung zur Offizierin im Heer; es schlossen sich Verwendungen im Zentrum Operative Kommunikation der Bundeswehr und in der Führungsakademie der Bundeswehr an. Nach ihrem Masterstudium der Peace and Conflict Studies erfolgte 2017 die Promotion in Staatswissenschaften. Ihr Forschungsschwerpunkt ist der islamistische Terrorismus im Nahen Osten.