Kroatien, Deutschland und Europa in einer Welt im Umbruch

Südosteuropa bildet einen sicherheitspolitischen Resonanzraum von erheblicher Bedeutung für Gesamteuropa. Als geostrategischer Brückenkorridor ist diese Region besonders anfällig für externe Einflussnahme, hybride Bedrohungen und Desinformation, insbesondere seitens Russlands. Die Stabilität des Westbalkans ist demnach untrennbar mit der Stabilität Europas verbunden. Kroatien betrachtet die Erweiterung der Europäischen Union als das wirksamste Instrument zur nachhaltigen Stabilisierung der Region. Die eigenen Erfahrungen mit Transformations- und Integrationsprozessen verleihen dieser Überzeugung besondere Glaubwürdigkeit und bilden die Grundlage für den außenpolitischen Einsatz Kroatiens für ein geeintes, sicheres und widerstandsfähiges Europa.

Zum Autor: Dr. sc. Gordan Grlić Radman ist kroatischer Diplomat und Politiker mit jahrzehntelanger Erfahrung in den Bereichen Außenpolitik, europäische Integration und internationale Beziehungen. Nach seinem Studium der Agrarökonomie an der Universität Zagreb sowie beruflichen Stationen in der Schweiz trat er 1992 in den diplomatischen Dienst der Republik Kroatien und war am Aufbau der ersten kroatischen Auslandsvertretungen in der Schweiz beteiligt. Während seiner diplomatischen Laufbahn wurden ihm zahlreiche verantwortungsvolle Positionen anvertraut, unter anderem als Botschafter Kroatiens in Bulgarien, Ungarn und Deutschland sowie als Präsident der Donaukommission. Seit Juli 2019 ist er Minister für Auswärtige und Europäische Angelegenheiten der Republik Kroatien. Als dienstältester Außenminister in der Geschichte Kroatiens und aktuell der am längsten amtierende Außenminister der Europäischen Union setzt er sich insbesondere für die europäische Integration des Westbalkans, die Stärkung der transatlantischen Partnerschaft, die kroatisch-deutschen Beziehungen sowie für Sicherheit und Stabilität in ganz Europa ein.