Resilienzkosten in der Energieerzeugung
#GIDSnews I 30. Juni 2026 I Autoren: Prof. Dr. Stefan Bayer und Dr. Wolfgang Müller I Foto: Public Domain
Die ökonomische Logik der Globalisierung basiert auf Nutzung von Kostenvorteile durch internationale Arbeitsteilung. Diese Logik erweist sich zunehmend als fragil. Geopolitische Verwerfungen haben in den vergangenen Jahren deutlich gemacht, dass internationale Lieferbeziehungen nicht immer als gegeben vorausgesetzt werden können. Damit treten strukturelle Risiken zutage, die in der klassischen marktwirtschaftlichen Preisbildung nicht berücksichtigt werden. Vor diesem Hintergrund verfolgt das Papier das Ziel, einen Bewertungsrahmen zu entwickeln, der Resilienz als eigenständige ökonomische Kategorie in der Preisbildung berücksichtigt. Im Zentrum steht die Frage, welche Kosten durch die Herstellung und Aufrechterhaltung von Resilienz entstehen und wie diese in die Bewertung von Energieerzeugungsformen integriert werden können.
Zu den Autoren: Dr. Wolfgang Müller ist wissenschaftlicher Referent des GIDS. Zuvor hatte der promovierte Ökonom leitende Positionen in der öffentlichen Verwaltung inne und diente als Truppenoffizier mit Verwendungen in UN und NATO. Seine Forschungsschwerpunkte sind gesamtgesellschaftliche Resilienz, Gesamtverteidigung, Militärökonomie sowie China. Professor Dr. Stefan Bayer lehrt seit 2004 an der Führungsakademie der Bundeswehr und habilitierte sich 2007 im Fach Volkswirtschaftslehre an der Universität Tübingen. 2014 wurde er zum Professor an der Helmut-Schmidt-Universität / Universität der Bundeswehr Hamburg (HSU/UniBw H) ernannt. Er ist Mitbegründer und seit 2024 Studiengangsleiter für den Studiengang Militärische Führung und Internationale Sicherheit (MFIS) an der HSU/UniBw H, Forschungsleiter im GIDS und seit 2026 Mitglied im Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) der Bundesregierung sowie in der ESYS-Initiative der Wissenschaftsakademien in der AG „Resilienz der Energierohstoffversorgung“.
