Ein Master in Flecktarn

64 Zeugnisse. 64 silberfarbene Schärpen. Das lag Ende September ordentlich aufgereiht bereit und wartete auf die Empfänger. „Erst wenn Sie das Zeugnis anfassen, sind Sie offiziell Absolventin und Absolvent unseres Masterstudiengangs ‚Militärische Führung und Internationale Sicherheit‘“, sagte Prof. Dr. Tobias Scheytt, Vorstand des Zentrums für Wissenschaftliche Weiterbildung (ZWW) an der Helmut-Schmidt-Universität/ Universität der Bundeswehr Hamburg (HSU) und zugleich Prüfungsausschussvorsitzender für die weiterbildenden Studiengänge dort. Es war die feierliche Zeugnisvergabe des MFIS, wie der Masterstudiengang gern verkürzt genannt wird. Den Rahmen bildete in diesem Jahr die Führungsakademie der Bundeswehr in Blankenese, denn der MFIS wurde extra für die Teilnehmenden des Lehrgangs für Generalstabs-/Admiralstabsdienst National konzipiert.

Seit 2015 beenden jedes Jahr rund 70 Teilnehmende des hochwertigen Generalstabs-/ Admiralstabslehrgangs der Führungsakademie das begleitende zweijährige Masterstudium. Das sind in der Regel deutsche Offiziere, aber auch Offiziere befreundeter Streitkräfte sowie zivile Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Bereich des Bundesministeriums der Verteidigung. Der MFIS basiert auf einer Kooperation zwischen der Führungsakademie und der Helmut-Schmidt-Universität. Auf eben dieser Kooperation fußt auch die Denkfabrik der Bundeswehr, das German Institute for Defence and Strategic Studies (GIDS).

Die Zeugnisvergabe des MFIS fand streng unter Coronabedingungen statt.

Flecktarn erweitert um Wissenschaft

„Mit dem MFIS haben sie während ihres Lehrgangs nicht nur einen militärischen Werkzeugkasten an die Hand bekommen, sondern durch die Anwendung wissenschaftlicher Methoden weiteres nützliches Handwerkszeug. Das ist sehr wertvoll“, sagte der Kommandeur der Führungsakademie, Generalmajor Oliver Kohl, bei seiner Begrüßung. Auch der Präsident der HSU, Prof. Dr. Klaus Beckmann, richtete warme Worte an die Absolventinnen und Absolventen: „Dass wir die Möglichkeit hatten, mit diesen herausragenden Köpfen zusammenzuarbeiten, war auch für uns eine Bereicherung“. Ferner betonte der HSU-Präsident, dass die Masterarbeiten ein „Arbeitsmuskel“ für das GIDS seien und einen wichtigen Beitrag in der Denkfabrik leisten können.

Generalmajor Jürgen-Joachim von Sandrart, Divisionskommandeur der 1. Panzerdivision in Oldenburg, hielt die Festansprache zur „Rolle der Bildung für Streitkräfte“. Er betonte die Wichtigkeit von Bildung und korrelierte sie mit der Besonderheit des Soldatenberufs, bei der man immer auch das „scharfe Ende“ mitdenken müsse. Auch müsse man viele Entscheidungen ins Ungewisse treffen. Hier sei Bildung ein wesentliches Fundament. „Sie haben einen weiteren Meilenstein erreicht. Bringen Sie ihr Potential ein für ein erfüllendes und erfolgreiches Wir.Dienen:Deutschland.“


Prof. Bayer und Prof. Meißner vom GIDS (Studienleitung MFIS) zeichneten vier Absolventen für Publikationen im GIDS aus.

Etliche Auszeichnungen

29 der 64 Absolventinnen und Absolventen traten im Anschluss vor und empfingen Urkunde und Schärpe. Eine große Anzahl der Masterarbeiten erhielt eine Auszeichnung, das heißt, dass sie eine Benotung von 1,3 oder besser hatten. Vier der besten Arbeiten wurden zudem vom GIDS ausgezeichnet. Sie sollen jetzt unter dem Label GIDSanalysis erscheinen, der wissenschaftlichen Hochwertreihe der Denkfabrik. Zu ihnen zählten die beiden US-Amerikaner Daniel Shires und Walter Haynes, sowie Jochen-Andreas Moos und die beiden Autoren einer Doppelmasterarbeit Dr. Christian Busch und Dr. Rolf von Uslar. Auch der Schweizer Niklaus Jäger hat das Masterstudium mit Auszeichnung bestanden. „Für mich war die Dualität zwischen Generalstabslehrgang und wissenschaftlicher Arbeit außerordentlich bereichernd. Auch die Aufstellung der Betreuung sowie die Einbettung in das Tagesgeschäft waren exemplarisch. Die Offenheit der Gesprächspartner war zudem eindrücklich.“ Für ihn – wie auch für all die anderen – brechen die letzten Tage in Hamburg an. Die Schärpen und Zeugnisse werden jetzt alle mit in Ihre neuen Dienststellen nehmen.

Autor: Victoria Eicker

Fotos: Katharina Roggmann/FüAkBw

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