GIDS Gründungsmitglied bei neuem Europäischem Netzwerk für strategische Studien

Am 27. September wurde in Paris das „Network of European Strategic Studies Institutions“ (NESSI) gegründet. 16 Vertreterinnen und Vertreter europäischer Einrichtungen, die sich mit strategischen Studien und sicherheits- und verteidigungspolitischen Fragestellungen beschäftigen, versammelten sich auf Einladung des IRSEM, des „Institut de Recherche Stratégique de l’Ecole Militaire“, des Forschungsinstitutes des französischen Verteidigungsministeriums für Fragen der Strategie. Die Versammlung fand statt im Cercle National des Armées in der französischen Hauptstadt Paris.

„Die Idee dazu entstand in vielen Einzelgesprächen bereits vor zwei Jahren am IRSEM“, erzählt Professor Dr. Burkhard Meißner, Stellvertretender Sprecher des NIKA. Er war maßgeblich an diesen Gesprächen beteiligt. Aus Anlass der Gründung veröffentlicht wurde ein von allen Mitgliedern unterzeichnetes Kommuniqué. Ziele des Netzwerks sind diesem zufolge der regelmäßige wissenschaftliche Austausch und die Kooperation bei der Untersuchung sicherheits- und verteidigungspolitischer Fragen. „Es geht auch darum, die europäischen strategischen Kulturen einander anzunähern. Dabei wird die Frage eine wichtige Rolle spielen, wie Europa im 21. Jahrhundert handlungsfähig bleiben oder werden kann“, sagt Professor Meißner. An den beteiligten Instituten wird bislang zumeist separat, aber dennoch an ganz ähnlichen Problemen dieser Art geforscht: über Auswirkungen des Klimawandels auf das Sicherheitsgefüge, die nachhaltige Finanzierung von Streitkräften oder auch mögliche Nuklearstrategien für das 21. Jahrhundert unter anderem. „Wir wollen den Austausch unserer Forscherinnen und Forscher fördern, an derartigen Problemen und Projekten gemeinsam arbeiten und wissenschaftliche Veranstaltungen organisieren“.

Neben dem IRSEM und dem GIDS gehören namhafte Institute wie beispielsweise die Landesverteidigungsakademie in Wien, das Instituto Español de Estudios Estratégicos in Madrid, das Royal Danish Defence College in Kopenhagen und das Development Concepts and Doctrine Center im
britischen Shrivenham zu den Gründungsmitgliedern. „Die Strukturen der Einrichtungen in unserem neuen Netzwerk sind unterschiedlich, von rein zivilen über militärische bis zu hybriden Instituten, in denen akademische und militärische Einrichtungen ähnlich wie im GIDS kooperieren. Von dieser internationalen Kooperation versprechen wir uns wechselseitige Anregungen und neue Impulse. Der Kreis der beteiligten Institutionen soll künftig auch erweitert werden“, erklärt der HSU-Professor. Intensiviert und verbreitert werden soll dadurch die europäische Debatte über Fragen von Verteidigung und Sicherheit. „Wir wollen mindestens eine Vollversammlung und einen themenbezogenen Workshop pro Jahr veranstalten“, sagt Meißner. Den Vorsitz übernimmt in Form einer Präsidentschaft jeweils eines der angegliederten Institute. Nach dem IRSEM folgt 2022 das portugiesische Instituto da Defesa Nacional.

Autor: Redaktion GIDS

Fotograf: IRSEM

#GIDSnews | 13.10.2021