GIDS kooperiert mit National Institute for Defence Studies in Japan

Gemeinsame Analyse zur Sicherheits- und Verteidigungspolitik in Planung

Das German Institute for Defence and Strategic Studies strebt eine Kooperation mit dem japanischen Pendant, dem National Institute for Defence Studies in Tokio an. Japan und Deutschland pflegen seit Jahrzehnten enge Beziehungen. In Planung sind zwischen den beiden Instituten gemeinsame Projekte und Studien zu Themen der sicherheits- und verteidigungspolitischen Zusammenarbeit.

Deutschland und Japan verbindet trotz der geographischen Distanz eine bereits 160 Jahre andauernde Freundschaft. Allerdings sind diese 160 Jahre durch eine wechselvolle Geschichte gekennzeichnet. Im Jahr 1861 unterzeichnete Japan mit dem damaligen Preußen einen Freundschafts-, Handels- und Schifffahrtsvertrag. In vielen Bereichen wie der japanischen Staatsverfassung oder der Rechtswissenschaft zeigt sich die Freundschaft noch heute. Während des Ersten Weltkrieges stand man sich indes als erbitterte Feinde gegenüber, im Zweiten Weltkrieg dann wieder als Verbündete. Heute sind Deutschland und Japan Wertepartner für den Erhalt der regelbasierten internationalen Ordnung und setzen sich für eine friedlichere Zukunft ein.

Sicherheitspolitik spielt in den sehr vielschichtigen Beziehungen in Fernost eine zunehmend wichtige Rolle. Die Beziehungen zu den euro-asiatischen Mächten sind dabei sowohl für Deutschland wie auch für Japan hochkomplex. „Japan zeichnet sich durch ein starkes maritimes Element aus. Am Horn von Afrika zeigt Japan beispielsweise eine starke maritime Präsenz. In den Leitlinien des Indo-Pazifik aus dem vergangenen Jahr bekennt sich auch die Bundesregierung zu einem Engagement für eine regelbasierte Ordnung im maritimen Bereich und dies insbesondere im fernöstlichen Raum“, erklärt Kapitänleutnant Tobias Kollakowski, wissenschaftlicher Mitarbeiter am GIDS. Zusammen mit Julian Pawlak vom NIKA versucht Kollakowski derzeit, die beiden Think Tanks von der deutschen Seite aus miteinander zu vernetzen.

Ein erstes gemeinsames virtuelles Treffen zwischen dem Vorstand des GIDS und des NIDS fand unlängst statt. „Wir planen für Anfang 2022 einen gemeinsamen Workshop mit dem Titel ‚Germany-Japan Defence and Security Cooperation in the Indo-Pacific and Europe‘“, erklärt der Marineoffizier. Die deutsch-japanische Verteidigungs- und Sicherheitspolitik im Indo-Pazifik und Europa soll dabei analysiert und Kooperationsmöglichkeiten ausgelotet werden. An diesem Workshop sollen nicht nur Wissenschaftler der beiden Think Tanks teilnehmen, sondern auch Vertreter aus den jeweiligen Verteidigungsministerien sowie Militärattachéstäbe. Es zeichnet sich ab, dass in Forschungsschwerpunkten des GIDS wie beispielsweise der BioCyberSecurity oder dem Bereich der Energieautonomie von Streitkräften Möglichkeiten zur Zusammenarbeit bestehen könnten.

Foto: Detmar Modes

Autorin: Dr. Victoria Eicker

#GIDSnews | 7. Oktober 2021