Human Enhancement – alter Wein in neuen Schläuchen oder tatsächlich eine Herausforderung für die Wehrmedizin?

Autoren: Oliver M. Erley, Annika Vergin, Christian Haggenmiller (GIDS), Stefan Sammito

Zusammenfassung

Human Enhancement (HE) bzw. Human Performance Enhancement (HPE) ist gelebte Praxis in multinationalen militärischen Einsätzen. Vornehmlich kulturell begründete Dissonanzen zwischen den unterschiedlichen NATO-Partnernationen bei den Verfahrensweisen im Umgang mit diesem Thema führen zu Verunsicherungen bei den deutschen Kontingentanteilen, den Einsatzsoldatinnen und -soldaten ebenso wie bei truppendienstlichem Führungs- und sanitätsdienstlichem Betreuungspersonal. Das Fehlen einer trennscharfen Begriffsabgrenzung zwischen (medizinisch indizierter) Therapie, Human Performance Degradation (HPD), HE, Human Performance Optimization (HPO) und HPE erschwert eine zielführende Auseinandersetzung im nationalen wie internationalen militärischen und vor allem wehrmedizinischen Kontext zusätzlich. Ziel des Beitrags ist es, eine praktikable Begriffsdefinition zu erarbeiten und Möglichkeiten und Risiken von Maßnahmen des HE zu betrachten. Dazu erfolgte eine Literaturrecherche, die auch in internationalen Datenbanken nicht verfügbare militärische und zivile Publikationen einschloss.
Als Ergebnis ist festzustellen, dass es dringend interdisziplinärer sanitätsdienstlicher Aktivitäten bedarf, um geeignete bzw. relevante HE-Maßnahmen zu identifizieren, wissenschaftsbasierte Beratungsleistungen für politische und militärische Entscheidungsträger zu erbringen, sowie einen medizinisch und medizinethisch fundierten Diskurs zu befördern.

Den Originalbeitrag aus der Wehrmedizinischen Monatszeitschrift 10/11-2019 können Sie hier als PDF herunterladen.

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