Kultur und Identität

Kultur und Identität spielen in allen Krisen, Konflikten und Kriegen eine wichtige, oft herausragende Rolle. Das gilt nicht nur für das Selbstverständnis von Akteuren und Institutionen, sondern auch für deren Strategien. Trotz der vielfältigen Wechselbeziehungen von Gewalt und Kultur ist das Thema in den Streitkräften, in der Forschung und auch in der öffentlichen Wahrnehmung bislang kaum präsent. Thematisch geht es unter anderem um die Instrumentalisierung von Religion und Identität als „weicher Waffe“ in Krisen und Konflikten, der gezielten Zerstörung von Kulturgut als strategischem Ziel, der Bedeutung von Identität und Legitimität für die Stabilität von Streitkräften und ihrer Verankerung in der Gesellschaft, bis zur Frage ethischer Normen, ihrer Setzung und teilweise systematischen Verschiebung in bewaffneten Konflikten. Zugleich können kulturelle Kanäle in verhärteten Konfliktsituationen neue Perspektiven öffnen und vertrauensbildenden Maßnahmen den Weg ebnen. Der Forschungsbereich „Kultur und Identität“ untersucht mit empirisch kritischen Methoden Reichweite und Grenzen dieser Phänomene und leitet daraus Empfehlungen für politisches Handeln und strategische Planung ab.

Ihr Ansprechpartner für den Forschungsbereich:

Oberst i.G. Prof. Dr. Matthias Rogg