Mit Simulationen für morgen entscheiden

Forum Zukunftsorientierte Steuerung: Experten tagen am 11. März

Jeder Entscheider steht heute vor der Herausforderung, dass die Rahmenbedingungen, auf deren Basis eine Entscheidung getroffen werden muss, im ständigen Wandel sind. Die Digitalisierung verändert und beschleunigt Prozesse, eine zunehmende Vernetzung erhöht die Komplexität von Wirkzusammenhängen.

Für gute Entscheidungen reicht es daher nicht aus, sich nur auf Erfahrungen aus der Vergangenheit zu verlassen und darauf zu setzen, dass diese Erfahrungen auch zukünftig noch Gültigkeit haben. Wichtige Entwicklungen könnten so verpasst oder zumindest nicht ausreichend berücksichtigt werden. Die Korrektur derartiger Fehlentscheidungen ist im Nachhinein oft nur mit großem Aufwand möglich.

Ein zukunftsorientierter Ansatz nimmt stattdessen mögliche Veränderungen des Status quo in den Fokus: Wie könnte die Welt von morgen aussehen? Welche Chancen und Risiken können sich ergeben, was wird dagegen Bestand haben? Da wir uns für diese zukunftsgerichteten Fragen nicht allein auf vorhandene Daten verlassen können, sind innovative Methoden notwendig, um Erkenntnisse über mögliche Entwicklungen zu gewinnen.

Wargaming als Beispiel

Insbesondere Simulationsmethoden erlauben es, Antworten auf derartige „Was wäre, wenn“-Fragestellungen zu finden. Bei dem Begriff „Simulationen“ denken viele zunächst an quantitative, computergestützte Modelle. Im Rahmen der Coronapandemie sind solche Rechenmodelle in das Interesse einer breiten Öffentlichkeit gerückt. Wenn ein gutes Verständnis der zugrundeliegenden Gesetzmäßigkeiten vorliegt, etwa der Ansteckungswahrscheinlichkeit bei jedem Kontakt von Infizierten mit Nichtinfizierten, kann man durchaus mit Computersimulationen den weiteren Verlauf der Pandemie bei gleichbleibendem Ansteckungsgeschehen abschätzen. Genauso gut lassen sich Auswirkungen von veränderten Rahmenbedingungen als mögliche Szenarien analysieren.

Aber nicht nur solche quantitativen Modelle gehören zu dem Simulationsmethoden. Auch rein qualitative Modelle können verwendet werden, um einen Blick in die Zukunft zu werfen. Zum Beispiel bietet sich das sogenannte Wargaming an, um Wirkzusammenhänge zwischen den unterschiedlichen Interessen von Akteuren zu finden, deren Entscheidungen einander beeinflussen. Diese Methode, die im militärischen Kontext entwickelt wurde, findet zunehmend auch in anderen Domänen Anwendung und wird entsprechend weiterentwickelt.

Beiträge aus Militär, Wirtschaft und Wissenschaft

Stehen wichtige Entscheidungen an, lohnt es sich also zu prüfen, ob es passende Simulationsmethoden gibt, die eine zukunftsorientierte Perspektive ermöglichen. Die Wahl der richtigen Methode ist dabei ebenso wichtig wie die saubere Durchführung und die korrekte Interpretation der Ergebnisse.

Das Forum Zukunftsorientierte Steuerung bringt seit vielen Jahren Simulations-Experten und -Anwender aus Theorie und Praxis zusammen, um Erfahrungen auszutauschen und sektorübergreifend zu diskutieren und voneinander zu lernen. Dabei steht stets ein Anwendungsbereich im Mittelpunkt. Beim diesjährigen, bereits 10. Forum wird es um strategische Entscheidungen gehen, mit Beiträgen aus dem Militär, der Wirtschaft und der Wissenschaft.

Das Forum findet in diesem Jahr am 11. März 2021 als Online-Veranstaltung statt. Wir laden Sie herzlich ein teilzunehmen. Das Anmeldeformular und das Programm sind im Flyer enthalten. Wir freuen uns auf Sie!

Autor: Clemens Harten